Aufsichtsgremien und Vorstände rücken enger zusammen
Erster bundesweiter Aufsichtsrätekongress will Vernetzung fördern
Wirtschaftlicher Druck, wachsende regulatorische Anforderungen und komplexere Unternehmensstrukturen verändern die Arbeit von Aufsichtsgremien in der Diakonie. Beim ersten deutschlandweiten Aufsichtsrätekongress für diakonische Unternehmen und Organisationen am 3. und 4. September 2026 in Bad Arolsen diskutieren Mitglieder von Aufsichtsgremien, wie gute Aufsicht unter diesen Bedingungen gelingen kann.
„Die wirtschaftlichen Spielräume werden enger. Ein Aufsichtsgremium muss deshalb die wirtschaftliche Realität klar im Blick behalten und zugleich den inhaltlichen Auftrag des Unternehmens sichern“, sagt Prof. Martin Beck, Mitinitiator des Kongresses und langjähriges Mitglied verschiedener Aufsichtsgremien. „Gute Aufsicht muss den Auftrag und die Wirtschaftlichkeit miteinander in Einklang bringen.“
Nach Einschätzung Becks hat sich das Verhältnis zwischen Aufsichtsgremien und Unternehmensführung in den letzten Jahren verändert. Neben der Kontrollfunktion werde die Rolle als kritischer Sparringspartner wichtiger. Gerade in schwierigen Situationen brauche die Unternehmensführung den Rückhalt des Aufsichtsgremiums – ebenso wie dessen kritischen Blick. Voraussetzung dafür seien Vertrauen, Offenheit und zugleich eine klare professionelle Distanz.
Aufsicht wird anspruchsvoller
Der Kongress greift zentrale Fragen auf, mit denen Aufsichtsgremien diakonischer Unternehmen derzeit konfrontiert sind: Welche Kompetenzen braucht es? Welche Rolle kommt dem Aufsichtsgremium in Krisensituationen zu? Was bedeuten Haftung, Risikomanagement und der neue Diakonische Corporate Governance Kodex für die Praxis? Neben fachlichen Impulsen und Workshops soll der Kongress vor allem den Austausch zwischen den Mitgliedern von Aufsichtsgremien stärken.
Erfahrungsaustausch fördern
„Viele stehen vor sehr ähnlichen Herausforderungen, haben bislang aber nur wenige Möglichkeiten für einen systematischen Erfahrungsaustausch“, sagt Rolf Baumann, Geschäftsführer Ökonomie des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD), der den Kongress mitorganisiert. „Der Kongress soll ein Startpunkt sein, um Menschen in Aufsichtsfunktion stärker miteinander zu vernetzen und möglicherweise langfristig auch Angebote zur Weiterqualifizierung zu entwickeln.“ Veranstalter des Kongresses sind der Bundesverband diakonischer Einrichtungsträger V3D gGmbH, die Akademie für Kirche und Diakonie gGmbH (akd) und der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland e. V. (aeu) in Kooperation mit Bathildisheim e. V.
Ansprechpartner
Tobias-B. Ottmar
Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Verbandskommunikation
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