Menschen schätzen gemeinnützige Träger und ihre Nähe zu den Menschen

Die Menschen in Deutschland schätzen die Trägervielfalt sozialer Einrichtungen. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage mit 2.000 Befragten im Auftrag der Diakonie Deutschland. 48 Prozent wünschen sich, dass soziale Dienstleistungen von einer Mischung aus staatlichen, privaten und gemeinnützigen Trägern erbracht werden. 12 Prozent sind der Ansicht, dass vor allem freie, gemeinnützige Organisationen soziale Einrichtungen betreiben sollten.

Mit freien, gemeinnützigen Trägern verbinden die Befragten vor allem gesellschaftliche Verantwortung (66 Prozent), Nähe zu den Menschen (61 Prozent) sowie Vertrauen und Verlässlichkeit (49 Prozent). Transparenz (71 Prozent) und klare Werte (68 Prozent) sind ihnen dabei besonders wichtig. „Die Menschen wissen, was sie an freien und gemeinnützigen Trägern haben. Sie schätzen ihre Nähe zu den Menschen, ihre gesellschaftliche Verantwortung und ihre Verlässlichkeit. Diese Vielfalt müssen wir erhalten“, betont Johanne Hannemann, Vorstandsvorsitzende des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD).

Faire Bedingungen statt staatlicher Parallelstrukturen

Doch in der Praxis gerät das Subsidiaritätsprinzip zunehmend unter Druck: Das zeigt sich am Beispiel der Krankenhäuser: Kommunale Kliniken erhalten bei finanziellen Engpässen meist finanzielle Unterstützung durch ihre Trägerkommunen. Freigemeinnützigen Häusern steht diese Möglichkeit in aller Regel nicht offen. Das verschärft ihre wirtschaftliche Lage und gefährdet angesichts des zusätzlichen Drucks durch die Sozialreformen zunehmend ihre Existenz. Mehrere VdDD-Mitgliedsunternehmen haben daher Aktionen gestartet oder sich in Bündnissen formiert, um gegen diese Ungleichbehandlung vorzugehen.

Der VdDD fordert vor diesem Hintergrund faire Wettbewerbsbedingungen für alle Träger. Der Staat müsse verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, in denen unterschiedliche Unternehmen miteinander um gute Konzepte und Angebote konkurrieren können.

Bestehende Angebote stärken

Auch in der Pflege drohen parallele Strukturen. Mit den geplanten kommunalen Pflegebegleitern soll beispielsweise etwa ein weiteres Beratungssystem neben bestehenden Angeboten entstehen. Wo freie und gemeinnützige Träger bereits beraten und unterstützen, sollte der Staat diese Strukturen stärken, statt zusätzliche eigene Angebote aufzubauen.

„Wir brauchen keine neuen staatlichen Parallelstrukturen. Der Staat muss dafür sorgen, dass gute Angebote eine faire Chance haben – unabhängig davon, ob sie von kommunalen, freigemeinnützigen oder privaten Trägern kommen“, so Hannemann.

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage sind hier zu finden.

Ansprechpartner


Herr Tobias Ottmar trägt eine ovale Brille, einen Bart und ein weißes Hemd.
Tobias-B. Ottmar

Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Verbandskommunikation