Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) und der Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD) warnen vor der im Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) geplanten Deckelung der künftigen Vergütungsentwicklung in der Altenpflege. Der Entwurf sieht vor, dass Vergütungssätze für Pflegeanbieter vier Jahre lang jeweils um einen Prozentpunkt langsamer steigen dürfen als die Grundlohnrate.  

Aus Sicht der Verbände ist der Eingriff ordnungspolitisch abzulehnen. Betriebswirtschaftlich kann eine solche Deckelung ohnehin nur funktionieren, wenn Pflegeanbieter mehr Freiheit beim Personaleinsatz und bei der Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen erhalten. Andernfalls drohen steigende Eigenanteile, wirtschaftlicher Druck auf Einrichtungen und ein Abbau von Pflegeplätzen.  

 

Die VdDD-Vorstandsvorsitzende Johanne Hannemann, erklärt:  

„Eine pauschale Ausgabendeckelung unterhalb der Grundlohnrate bei unveränderten Leistungsanforderungen gefährdet wirtschaftliche Stabilität, Investitionen und Pflegeplätze. Wenn Vergütungsanstiege begrenzt werden, müssen Einrichtungen ihre Versorgungsstrukturen weiterentwickeln können – ohne starre Sektorengrenzen und mit verlässlichen Investitionsbedingungen.“ 

 

Dazu erklärt AGVP-Präsident Thomas Greiner:  

„Kosten lassen sich nicht einfach wegdeckeln. Wer die Vergütungsentwicklung begrenzt, muss Pflegeunternehmen ermöglichen, Kosten strukturell zu senken. Das geht nur durch eine grundlegende Flexibilisierung beim Personaleinsatz. Mehr zahlen und weniger Versorgung bekommen – das ist niemandem zu vermitteln.“  

Ansprechpartner


Herr Tobias Ottmar trägt eine ovale Brille, einen Bart und ein weißes Hemd.
Tobias-B. Ottmar

Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Verbandskommunikation