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PRESSEMITTEILUNG | Kostenspirale beenden – Reform der Pflegeversicherung zügig angehen

Bundesregierung rechnet mit steigenden Pflegesätzen

Der Vorsitzende des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland e.V. (VdDD), Christian Dopheide, blickt mit Sorge auf die Kostenschätzungen der Bundesregierung bei der Pflege: „Schon jetzt stellen die Eigenanteile viele Familien vor große finanzielle Belastungen. Mit steigenden Pflegesätzen gehen auch steigende Zuzahlungen einher. Diese Kostspirale darf sich nicht beliebig weiterdrehen. Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen dürfen damit nicht alleine gelassen werden. Es ist jetzt an der Zeit, die angekündigte Reform der Pflegeversicherung und der Pflegefinanzierung tatkräftig anzugehen und die Pflegebedürftigen vor weiteren Kostensteigerungen zu bewahren.“ 

In der vergangenen Woche hatte die Bundesregierung auf die kleine Anfrage der pflegepolitischen Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Kordula Schulz-Asche, geantwortet und millionenschwere monatliche Mehrausgaben für höhere Personalkosten aufgrund der Beschlüsse in der Pflegekommission für 2020 bis 2022 in der stationären Pflege veranschlagt. Der SPIEGEL berichtete von monatlichen Steigerungen in Höhe von durchschnittlich 20 bis 40 Millionen Euro bis zum Sommer 2021. Bis April 2022 könnten diese 50 bis 60 Millionen Euro betragen, sich danach sogar auf 80 Millionen Euro pro Monat erhöhen. Damit würden auch die Pflegesätze steigen: Die zusätzlichen Mehrkosten müssten der aktuellen Systematik entsprechend durch die Eigenanteile der Pflegebedürftigen finanziert werden. 

Bereits jetzt müssen Pflegebedürftige nach einer Studie des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) im bundesweiten Schnitt 2.015 Euro für die Versorgung in einer stationären Pflegeeinrichtung zuzahlen.

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