Pflege digital – Wie eine App bei der Schmerzversorgung hilft

Foto: © Diakonie Düsseldorf

Mit  digitaler Technik verbessert die Diakonie Düsseldorf die Schmerzversorgung. Eine Schmerz-App unterstützt Pflegebedürftige dabei, länger in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Die Digitalisierung der Abläufe hilft auch dabei, junge Fachkräfte zu gewinnen.

Auf einem Tablett per Berührung den Ort der eigenen Schmerzen auf einem digitalen Bild des Körpers markieren und zusätzlich per Regler die Schmerzintensität dokumentieren  Die digitale Anwendung „painApp Plus“ kommt bei dem diakonischen Unternehmen in der stationären wie ambulanten Pflege zum Einsatz.

Mit dem Ziel ein „Pflegerisches Schmerzkompetenzzentrum“ aufzubauen und damit Schmerzpatienten professionell zu helfen, ist das diakonische Unternehmen 2016 mit der App gestartet. Denn Mediziner und Schmerzexperten gehen davon aus, dass bis zu 80 Prozent aller älteren Menschen ständig Schmerzen haben.

Schmerz-Dokumentation per Echtzeitübertragung

Die „painApp Plus“ gewährleistet eine professionelle Schmerzerfassung, die auch durch bildhafte Darstellungen und Bedienung für Laien nutzbar ist. Sie hilft im häuslichen Bereich ein sogenanntes multimodales Schmerztherapieprogramm für Menschen mit Schmerzen zu etablieren. Betroffene Menschen werden angelernt, eine Selbsteinschätzung ihrer Schmerzen über die App vorzunehmen. So können neben der bereits genannten Lokalisation und Intensitätsbestimmung auch der Verlauf und Auslöser des Schmerzes durch sie, Angehörige sowie Mitarbeitende digital dokumentiert werden. Per Echtzeit-Übertragung gelangt die Dokumentation an den behandelnden Hausarzt, der anhand der Daten die medikamentöse Behandlung anpassen oder etwa weitere therapeutische Maßnahmen anordnen kann. Ausserdem reagieren auch die Mitarbeitenden aus der Pflege und Betreuung aktuell darauf und passen pflegerischen und betreuerischen Maßnahmen an. Dadurch können unnötige Facharztbesuche vermieden werden.

Foto: © Diakonie Düsseldorf

Kommunikation zwischen Professionen stärken

Weiteres Ziel des seit 2016 in verschiedenen Förderzyklen aktiven Projektes ist es, die Schmerzversorgung zu optimieren. „Hier steht auch besonders die Verbesserung der Kommunikation zwischen Professionen - also der pflegerischer Versorgung und Ärzten - im Fokus“, so Dr. med. Nada Ralic, Leitung Qualitätsmanagement und Projektverantwortliche bei der Diakonie Düsseldorf.

Durch digitale Anwendungen den Verbleib im eigenen Heim fördern

Die Nutzung solcher digitaler Anwendungen in der pflegerischen Betreuung bei der Diakonie Düsseldorf stellt für Nada Ralic keinen Widerspruch zum diakonischen Auftrag dar: „Zum einen unterstützt die App den Verbleib pflegebedürftiger Menschen mit Schmerzen in ihrer häuslichen Umgebung. Betroffene werden durch die zusätzliche Beratung wesentlich zur selbständigen Bewältigung ihres Schmerzerlebens und ihres Alltags bestärkt.“ „Zum anderen“, so die Medizinerin weiter, „bauen wir etwa durch die Nutzung im betreuten Wohnen ein kompetentes Netzwerk im Stadtteil auf, welches etwa passende Bewegungsangebote oder Psychotherapie bereithält und den Betroffenen konkrete Ansprechpartner vermittelt. So fördern wir  wohnortnahe Hilfen nah an der Lebensrealität der Betroffenen.“

Digitalisierung als Plus in der Fachkräfte- und Nachwuchsgewinnung

Auch die Mitarbeitenden in den Projekteinrichtungen und Diensten werden intensiv geschult. „Die Arbeit mit den digitalen Medien ist für die Mitarbeitenden spannend und gerade in der Mitarbeitergewinnung junger Fachkräfte ein wichtiges Standbein – zeigt es doch, wie attraktiv und abwechslungsreich die Pflege sein kann“, so Dr. Ralic. Eine Ausweitung der App-Nutzung in andere Häuser der Diakonie Düsseldorf ist geplant. Sobald die Schnittstelle zwischen der herkömmlichen digitalen Dokumentation in der Pflege und der Schmerz-App besteht, gebe es dafür keine Hürde mehr, denn bisherige doppelte Dokumentation werden vermieden, so Nada Ralic.

Über die Diakonie Düsseldorf

Bei der Diakonie Düsseldorf betreuen die Beschäftigten über 1000 Menschen in stationären und ambulanten Einrichtungen der Altenpflege. Seit 1916 ist die Diakonie Düsseldorf für Menschen jeden Alters da: Von der Kinderbetreuung in den Kitas bis zur Unterstützung älterer Menschen. 2.750 hauptamtlich und 1.600 ehrenamtlich Mitarbeitende engagieren sich an 210 verschiedenen Einrichtungen jeden Tag für die Menschen in Düsseldorf – und helfen ihnen, ihre Zukunft zu gestalten.

Hier finden Sie mehr über das Pflegerischen Schmerz-Kompetenzzentrum der Diakonie Düsseldorf.

Hier finden Sie weitere Best-Practise-Texte im Rahmen unserer Kampagne die diakonischen unternehmen.

Fotos: © Diakonie Düsseldorf