Nachhaltigkeit muss strategisch gestaltet werden
6. Strategietagung Nachhaltigkeit will Impulse für eine klimaresiliente Sozialwirtschaft geben
Extremwetter, regulatorische Vorgaben, wirtschaftliche Entwicklungen und gesellschaftliche Erwartungen verändern die Anforderungen an Nachhaltigkeit. Für Unternehmen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft stellt sich damit die Frage, wie sie sich strategisch zukunftssicher aufstellenn. Antworten bietet die 6. Strategietagung Nachhaltigkeit, zu der der Bundesverband diakonischer Einrichtungsträger gGmbH (V3D) am 23. und 24. April 2026 gemeinsam mit der Diakonie Deutschland und der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) einladen. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen in der Nachhaltigkeitsregulierung sowie Ansätze zur Stärkung der Klimaresilienz sozialer Einrichtungen und Quartiere.
Warnung vor gesundheitliche Auswirkungen
Der Vorsitzende der Deutschen Allianz für Klimawandel und Gesundheit (KLUG), Dr. Martin Herrmann, warnt vor den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels: „Einrichtungen der Kranken-, Alten-, Eingliederungs- sowie Kinder- und Jugendhilfe sind unmittelbar mit den gesundheitlichen Folgen der Klimakrise konfrontiert. Sie müssen daher sowohl ihre Infrastruktur als auch ihre Versorgungsstrukturen klimaresilient gestalten.“ Er ist einer von mehreren Keynote-Speakern auf der Tagung. Dazu zählt auch Anne Ernst, Mitglied der Geschäftsführung des Bundeszentrums Krisenmanagement der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.. Sie fordert Sozialunternehmen auf, Krisenvorsorge stärker in den Alltag zu integrieren. Auf der Tagung stellt sie die Resilienzstrategie der Bundesregierung auf den Prüfstand und gibt praktische Hinweise zur Umsetzung.
Nachhaltigkeit bleibt ein strategischer Faktor
„Der Klimawandel schreitet voran – unabhängig von regulatorischen Vorgaben“, betont Dr. Thorn Kring, Professor für Finanzwirtschaft und Bankmanagement an der Steinbeis Hochschule. „Unternehmen sollten Nachhaltigkeit daher fest in ihrer Strategie verankern.“ Zugleich veränderten sich die Finanzierungsbedingungen: „Es ist absehbar, dass Nachhaltigkeitsaspekte zunehmend in die Kreditkonditionen einfließen“, so Kring. „Wer sich frühzeitig damit auseinandersetzt, stärkt Effizienz und wirtschaftliche Stabilität.“
Klimaresilienz als Zukunftsaufgabe
Neben regulatorischen und finanziellen Fragen rückt die Anpassung an den Klimawandel stärker in den Fokus. Dr.-Ing. Ferdinand Ludwig, Professor für Grüne Technologien in der Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität München, betont: „Begrünung muss von Anfang an mitgedacht werden. Andernfalls wird sie unnötig teuer und weniger wirksam.“ Gerade in Städten tragen Grünstrukturen zum Hitzeschutz bei: „Pflanzen sorgen für Verschattung und Verdunstungskühlung – ein zentraler Baustein zur Anpassung an steigende Temperaturen.“
Die Strategietagung Nachhaltigkeit bringt Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Finanzwirtschaft zusammen und richtet sich an Entscheidungsträgerinnen und -träger der Sozialwirtschaft. Eine Anmeldung ist noch hier möglich.
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